Learning Dog

Hundekot

Hundekot

IMMER SCHÖN SAUBER BLEIBEN

 2018 waren in Wien über 61.000 Hunde gemeldet. Über 100.000 gefüllte Hundekotsackerl finden sich lt. Angaben der MA 48 täglich im Wiener Müll.

Laut Wiener und NÖ Tierhaltegesetz sind Tiere so zu halten, dass Menschen nicht gefährdet werden. Exkremente des Hundes, welche dieser an öffentlichen Orten im Ortsbereich hinterlassen hat, sind unverzüglich zu beseitigen und zu entsorgen.

Zudem hat der Hundehalter in öffentlich zugänglichen Parks oder Grünanlagen dafür zu sorgen, dass Hunde – sofern sie mitgenommen werden dürfen – sich nicht in Sandkisten oder auf Kinderspielplätzen aufhalten.

§ 92 der österreichischen Straßenverkehrsordnung bestimmt, dass Besitzer oder Verwahrer von Hunden dafür zu sorgen haben, dass diese Gehsteige, Geh- und Radwege, Fußgängerzonen, Wohnstraßen und Begegnungszonen nicht verunreinigen.

Nach § 99 der österreichischen Strafbestimmungen begeht eine Verwaltungsübertretung, wer Straßen gröblich verunreinigt oder als Besitzer oder Verwahrer eines Hundes die in § 92 bezeichnete Sorgfaltspflicht verletzt und ist mit einer Geldstrafe bis zu € 72,00 und im Fall der Uneinbringlichkeit mit Freiheitsstrafe bis zu 48 Stunden zu strafen.

Allerdings ist Hundekot nicht nur im Ortsgebiet ein Problem. Auch auf Feldern, Wiesen und in den Wäldern sollten die Hinterlassenschaften des Hundes beseitigt werden.

Zum einen können sich ja auch dort Hunde anstecken, zum anderen kann Hundekot auf Feldern Risiken für Rinder bedeuten. Gelegentlich verweigert das Vieh verunreinigtes Heu. Bauern fürchten jedoch die Ansteckung mit Neospora caninum, einem Einzeller, der beim Hund meist keine Erkrankung hervorruft, bei Rindern jedoch zu Fehl- oder Totgeburten führen kann.

Zum Schutz der Felder gibt es ebenfalls Gesetze und die Verunreinigung mit Hundekot gilt als sogenannter „Feldfrevel“.

Laut NÖ Feldschutzgesetz begeht eine Verwaltungsübertretung, wer unbefugt fremdes Feldgut (landwirtschaftlich genutzte Grundstücke, wie Äcker, Wiesen, Weiden, Gärten und Weingärten, sowie Zäune und Hecken, Feldwege und Stege) verunreinigt, und ist mit einer Geldstrafe bis zu € 1.500,00 zu bestrafen.
Ist eine solche Handlung nach anderen bundes- oder landesgesetzlichen Vorschriften gerichtlich strafbar sind oder stellt eine Verwaltungsübertretung dar, so trifft o.g. nicht zu.

Und trotzdem – wer kennt das nicht? Der gemütliche Spaziergang mit dem Hund wird zum Spießrutenlauf, weil es leider noch immer zu viele Hundehalter gibt, die die Hinterlassenschaften ihres Vierbeiners nicht beseitigen.

Hundekot ist nicht nur ärgerlich, wenn er an den Schuhen klebt – er kann auch eine Gefahr für Mensch und Tier darstellen. Denn Hundekot kann eine ganze Reihe Parasiten enthalten, die zum Teil auch ein Infektionsrisiko für Menschen darstellen. Vor allem Kinder und Erwachsene mit einem geschwächten Abwehrsystem sind hier gefährdet.

Einige der häufigsten Parasiten, die unsere Hunde durch Schnüffeln oder Schlecken an Kot (welcher Herkunft auch immer), aber auch durch kontaminiertes Futter, Wasser oder über Schmierinfektion aufnehmen können:

Spulwurm

Toxocara Canis schlüpft bei Junghunden im Dünndarm, bohrt sich durch die Darmwand und gelangt über Blut, Lunge und Luftröhre wieder zurück in den Darm. Dort wächst sie bis zur Geschlechtsreife heran. Larven können eingekapselt in die Muskulatur mehrere Jahre überleben. Welpen werden über die Plazenta oder nach der Geburt mit der Muttermilch angesteckt.

Die Larven wandern bei nicht spezifischen Wirten wie z.B. Menschen durch den Körper und erzeugen meist Symptome an Leber, Zentralnervensystem und der Lunge. Sie können allerdings auch das Auge schädigen und zur Erblindung führen.

Bandwurm

Die Infektion erfolgt durch Zwischenwirte wie Flöhe und Mäuse oder durch rohes Fleisch (vor allem Innereien) und rohen Fisch.

Der Grünkernbandwurm ist der häufigste Darmparasit in unseren Breiten, jedoch für den Menschen ungefährlich.
Für den Menschen gefährlich sind die Larven des dreigliedrigen Hundebandwurms, da dieser schwere Erkrankungen hervorrufen kann.
Besonders gefährlich für den Menschen ist der Fuchsbandwurm. Schon kontaminierter Staub reicht für eine Ansteckung, und im fortgeschrittenen Stadium gilt der Zystenbefall, der meist die Leber betrifft, noch immer als unheilbar.

Herzwurm

Die vor allem im europäischen Mittelmeerraum vorkommenden Herzwürmer sind vor allem für unsere Hunde und deren Artverwandte gefährlich, können aber auch den Menschen befallen.
Die Larven werden durch Mücken übertragen und wandern in die rechte Herzkammer. Ein schwerer Befall, der sich durch Husten, Blutarmut, Gewichtsverlust und ein Sinken der Leistungsfähigkeit zeigt, kann zu Herzversagen und damit zum Tod führen.

Giardien

Diese einzelligen Geißeltierchen siedeln sich im Dünndarm an und verursachen hartnäckige Darmentzündungen. Zysten, die in die Umwelt gelangen, sind sofort infektiös und können – abhängig von den Bedingungen – zwischen 7 Wochen und mehreren Monaten überleben.
Ein infizierter Hund kann ca. 100.000 Zysten pro Gramm Kot ausscheiden. Für eine Infektion reichen ca. 10 Zysten! Schnüffeln am Kot eines infizierten Hundes reicht dazu aus.
Da Giardien auch mittels Schmierinfektion übertragen werden, kann dies von Hund auf Mensch und umgekehrt erfolgen.

Kokzidien

Vor allem Welpen aus Massenaufzuchten sind von Durchfall betroffen, der durch diese Einzeller hervorgerufen wird. Erwachsene Tiere sind nach einer Infektion immun.
Eine Ansteckung kann nicht nur durch direkten Kontakt mit dem Kot, sondern auch z.B. über feucht-warmen Sand erfolgen, wodurch sich ein Infektionsrisiko für Kinder auf verunreinigten Spielplätzen ergibt.

Möchten Sie noch mehr über dieses Thema erfahren? Wir helfen Ihnen gerne dabei.

Ihr learningcat & learningdog Team

Cookie Consent Banner von Real Cookie Banner